TIDE 28 # | Out now!

 
 

Wenige Monate, nachdem man aus seinem wohlverdienten Sommer-Surfurlaub zurückgekehrt ist, war es aus mit Sonnenschein und Sorgenfrei. Zack: kalt. Da wird aus dem braungebrannten Dauergrinsen schnell ein kalkweißer Schmollmund und die Kollegen sagen einem nicht mehr, wie erholt man aussieht, sondern fragen, ob es einem gut geht! Ach ja: Und der nächste Sonnenbrand ist ein halbes Jahr entfernt. Dieses Wissen, gepaart mit der Tatsache, dass die Tage noch kürzer und dunkler werden als sie sowieso schon sind, reicht, um für trübe Stimmung zu sorgen.

Schon ist er wieder da, der Winter-Blues, von dem man sich noch auf dem Campingplatz geschworen hat, dass er einen dieses Jahr nicht ereilen wird. „Klarer Fall“, denkt da der Workaholic moderner Prägung: „Depression“, „Burn-Out“. Doch Ärzte und Psychologen wissen es besser. Sie verweisen darauf, dass sich unsere Stimmung seit Jahrtausenden an die jeweiligen Witterungsverhältnisse anpasst, es also normal ist, zur grauen Jahreszeit schlecht drauf zu sein. Schlechtes Wetter, schlechte Laune – ein uralter Mechanismus, der noch in der Steinzeit unser Überleben sicherte: Wenn die Ressourcen knapp wurden, musste der Mensch es langsamer angehen lassen. Nur weil heute Tag und Nacht überall das Licht brennt, heißt das nicht, dass wir genauso funktionieren müssen. Können wir gar nicht.

Also – statt sich in diesen für Surfer durchaus schweren, weil ressourcenarmen Zeiten die Antidepressiva reinzupfeifen, hier ein Tipp: Schaltet einen Gang zurück, macht euch eine Kanne Tee (Ingwer soll gut tun), und blättert zunächst einmal auf Seite 26. Dort wird euch der französische Free-Surfer Benjamin Sanchis begegnen, der – obwohl ständig in der Sonne und guten Wellen unterwegs – trotzdem ständig auf der Suche ist. Ihr dagegen habt längst gefunden, wonach ihr sucht: ein rundum buntes Magazin, das die Stimmung hebt und wieder Laune macht am Leben! Wem Sanchos wilde Weltreisen nicht genügen, dem seien all die Kalifornien-Geschichten ans Herz gelegt, die sich in dieser letzten Ausgabe des Jahres 2011 versammeln. Sebastian Stiphouts Reportage über die kleine Holzboardschmiede seines Bruders Martijn in Santa Cruz zum Beispiel (ab Seite 40). Oder ihr taucht ein in den Mythos um das kalifornische Farmland „The Ranch“ (ab Seite 54). Wer es besonders hart, beziehungsweise warm und tropisch braucht, der kann sich im Handumdrehen nach Jamaika absetzen und dort mit Michael Kew auf Surftour gehen (ab Seite 80). Wem auch das nicht hilft, der sollte vielleicht doch einen Arzt aufsuchen…

Viel Spaß mit unserem neuen Heft, das es ab dem 18. November beim besseren Zeitschriftenhändler oder bequem im Abo gibt.

The editors.


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