Es war ein hartes Stück Arbeit, bis wir Thomas Meyerhoffer tatsächlich interviewen konnten. Zwei Wochen zuvor nehmen wir zum ersten Mal Kontakt zu seiner Agentin, Carolyn Conners auf. Die will zunächst wissen worum es geht. Sie ist einverstanden mit unserem Vorschlag über Thomas und seine neuartigen Bretter im Tide Magazin zu berichten. Das Rechercheinterview sollen wir ihr zuschicken, damit sie es an Thomas weiterleiten kann – aber erst in einigen Tagen, da Thomas gerade auf Reisen ist. Die Fotos kann sie uns umgehend schicken. Exakt eine Woche später sind alle Bilder da. Und das bereits vor sechs Tagen verschickte „Kalt-Interview“? Ob man einen Skype-Termin vereinbaren könne, möchte Frau Conners wissen: „Das wäre für Thomas das Einfachste.“ Kurz vor Ostern ist Carolyn plötzlich für einige Tage „out of office“ wie es so schön heißt. Donnerstag. Freitag. Samstag. Sonntag. Montag. Dann die Antowort: „March 31st at 9:00am California/6:00pm Germany“, Ort: Skype. Wir adden also Meyerhoffer zu unserer skype Liste und dürfen ihn, diesmal höchstpersönlich, zur abgemachten Zeit anskypen. Um 18:00 versuchen wir unser Glück. Zwei Versuche später ist Thomas in der Leitung.
TIDE: Guten Morgen Thomas, schön, dass wir es geschafft haben.
TM: Yeah. Ich freue mich auch. Es war ein wenig schwierig was?
Ich hoffe, du hast bereits gefrühstückt?
Noch nicht. Ich hab mir bisher nur einen Kaffee gemacht. Ich komme gerade erst zurück. Ich habe meinen Sohn noch zur Schule gebracht – Dylan, er ist neun.
Und surft er schon?
Natürlich. Und er liebt es – ein Glück! (lacht) Das stimmt. Zumal sein Dad nun Shaper ist.
Thomas, kannst du dich an den Moment erinnern, als du zum ersten Mal gedacht hast: Das Longboard muss neu erfunden werden?
Das kam mir erst nach und nach in den Sinn. Es war eher ein Aus- und Rumprobieren. Erst mit anderen Brettern, dann zunehmend mit Probemodellen. Ein bisschen wie beim Surfen: du paddelst raus und die Wellen verändern sich ständig, kommen mal hier und mal da – du weißt nie genau was du kriegst, also lässt du dich vom Flow der Wellen und deiner Gedanken tragen und triffst Entscheidungen aus dem Bauch heraus.
Setwelle oder Inside?
Ganz genau. Ich habe mich schließlich für die Setwelle entschieden, wenn man so will. Ich denke meine erste große Entscheidung war zu sagen: Ok. Es geht hier nicht darum, irgendetwas ändern zu müssen. Vielmehr habe ich mir erlaubt ungeachtet aller Konventionen mit Shapes zu experimentieren, die so extrem und neu sind, dass sie vielleicht nicht einmal funktionieren.
Was waren das für Bretter?
Die ersten vier Bretter, die ich designed habe, entstanden in den Jahren 2003-2005 und wurden wenig später im Surfer’s Journal vorgestellt. Ich denke 2007 erschien der Artikel dazu. Die Bretter waren so extrem, dass ich mich anfangs nicht getraut habe, sie in Santa Cruz, wo ich heute alle meine Bretter hinbringe, glasen zu lassen. Ich hatte Angst, die dortigen Shaper würden mich auslachen.
Haben sie die Bretter am Ende geglast?
Das schon, aber eher widerwillig. Nicht nur weil sie wegen ihrer kurvigen Form schwieriger zu glasen waren, als andere Bretter. Was Neulinge und auch Neuerungen angeht ist die Surfkultur grundsätzlich eher konservativ. Aber es ist wie es ist. Ohne die Entscheidung, mich davon frei zu machen, gefallen zu wollen und anders an die Sache ranzugehen, wäre mein Projekt sicher gescheitert.
Wie ging die Evolution deiner Bretter weiter?
Nachdem ich meine vier Experiementierbretter vom Local-Shaper zurückbekommen hatte, nahm ich sie mit auf einen Trip nach Mexiko, um sie zu testen. Als ich die Bretter dann zum ersten Mal in Scorpion Bay fuhr (Anm. d. Red.: in Baja Califor-nia), hat mich besonders ein Brett umgehauen – es funktionierte erstaunlich gut. Das war der Punkt an dem ich dachte: Wow! Das Ding funktioniert tatsächlich. Dann war es an der Zeit den Designer in mir rauszulassen und mein Konzept mit der Realität abzugleichen, wie ich es auch mit anderen Sportprodukten zuvor gemacht habe: Wie kann ich also das Produkt im Sinne seiner Funktionalität und Praktikabilität verbessern bis es perfekt ist? Sprich – klassische Produktentwicklung: Prototypen entwickeln, testen, verfeinern, testen, verfeinern und so weiter. Ein richtiges Zwei-Stufen-Projekt.
Trotzdem unterscheidet sich dieses Projekt von vielen deiner vorherigen Arbeiten, weil es dein persönliches Projekt ist, oder?
Und ob. Zum Einen weil ich alle Entscheidungen treffen muss (lacht), zum Anderen weil ich keine Auftraggeber habe – ich bin der Auftraggeber! Es ist ganz klar zu allererst ein persönliches Projekt. Trotzdem steckt eine ganze Portion Professionalität dahinter, vor allem was meine Arbeitstechniken angeht – die unterscheiden sich nur geringfügig von meiner auftragsgebundenen Arbeitsweise. Der Entscheidungsprozess ist allerdings ein anderer wenn du dein eigener Auftraggeber bist, wenn du etwas für dich selbst designst. Die schwierigste Entscheidung bei solch einem persönlichen Projekt ist: Was tue ich als Nächstes? Welche Information liefert mir der Prototyp, den ich gerade surfe? Und was soll ich ändern? Niemand nimmt dir diese Entscheidungen ab.
Du hast deine Prototypen also immer wieder mit raus genommen, getestet, gegrübelt, sie dann erneut verfeinert…
Ich habe die Dinger mit rausgenommen so oft ich konnte. Ich bin unwahr-scheinlich viel auf ihnen gesurft. Natürlich habe ich mich auch um andere Urteile bemüht. Ich habe sowohl gute Shortboarder meine Bretter testen lassen, als auch…
Entschuldige die Unterbrechung: Waren das professionelle Surfer?
Ja, mehr oder weniger. Wo ich lebe, gibt es einige richtig gute Jungs, die überall in der Welt unterwegs sind und auf ziemlich hohem Niveau surfen. Alles in allem war es eine bunte Auswahl an Surfern, die meine Bretter gete-stet haben, sowohl Shortboarder als auch Longboarder. Da ich Auftraggeber und Dienstleister in ei-nem war, musste ich all diesen Leuten auf eine ganz spezielle Weise zuhören und darauf achten ihr Feedback nicht persönlich zu nehmen, sondern versuchen es zu interpretieren und so auf meine Arbeit zu projizieren, dass es mich und mein Produkt weiterbringt.
Wie sehr hat dein eigenes Wissen und deine eigene Erfahrung mit dem Surfen in diesen Prozess der Produktentwicklung hineingespielt? Immerhin ist es 20 Jahre her, dass du ans Meer gezogen bist.
Yeah. Ich denke sogar, dass meine eigene Erfahrung sehr stark in diesen Prozess hineingespielt hat. Und das obwohl ich mich selbst nach wie vor in einer Art Eingewöhnung befinde, wenn es um den Surfsport geht. Die ersten Bretter sind entstanden, als ich anfing mit anderen Shapes zu ex-perimentieren. Damals bin ich eine ganze Menge Longboard gefahren, dann fing ich an Fische zu surfen, 6-8 Fuß Single-Fins und Shortboards. Als ich dann wieder auf mein Longboard stieg, dachte ich mir: Gibt es eine Möglichkeit das gewöhnliche Longboard so zu verändern, dass es dir ein völlig anderes, neues, aufregenderes Gefühl beim Surfen vermittelt?
Wie lange dauerte dieser gesamte Prozess: von der ersten Idee in deinem Kopf, bis zu dem Punkt an dem du wusstest, das ist es?
Ich denke die ersten Ideen setzte ich 2003/2004 in die Tat um, bis ich mich dem Projekt 2005/2006 dann zunehmend widmete und die ersten Prototypen zustande kamen.
Und dieser Prozess sollte weitergehen bis zum heutigen Tag, da Global Surf Industries (GSI) die Bretter im großen Stile baut und verkauft?
Ja – das ist korrekt.
Und wie läuft`s?
Gut, sehr gut. Ich denke sie sind sehr zufrieden mit dem Produkt. Die Bretter verkaufen sich gut, gerade in Australien, Süd-Kalifornien und Florida. Die erste Ladung ist bereits ausverkauft.
Schon?
Ja, es ist großartig.
Nun dann: Herzlichen Glückwunsch.
Danke dir. Das beste an der ganzen Sache – vor allem mit dem Vorstellen der Prototypen – ist, dass ich eine Menge zum Reisen komme, wie zuletzt zum Noosa Surf Festival nach Australien. Einer der Hauptorganisatoren des Festivals, ein etwas älterer Herr, surft eines meiner Bretter. Der Mann kann jedes Brett surfen und hat das wahrscheinlich auch bereits getan. Nun surft er seit Kurzem mein Brett bei den lokalen Wettkämpfen seiner Altersklasse und meinte zu mir: „Seit ich auf deinem Brett stehe, lande ich statt auf dem siebten oder sechsten re-gelmäßig auf dem zweiten und dritten Platz.“ Er war so stoked. Solche Erfahrungen sind für mich die wertvollsten. Es ist doch so: Am Ende kommt nicht darauf an wie viele deiner Bretter du verkaufst, sondern ob du es schaffst anderen Surfern eine neue Art des Erlebens zu verschaffen, sodass sie stoked nach Hause gehen.
Ich kann mir vorstellen, dass solche Erfahrungen, auch im Hinblick auf Kritik gut tun. So müssen Kritiker die Tatsache schlucken, dass deine Bretter tatsächlich funktionieren, obwohl dein Brett auf den ersten Blick vielleicht schon etwas, nunja, merkwürdig aussieht.
Ja, wobei ich… das ist genau was… (lacht und ringt nach Worten), wenn es aufs Äußerliche ankommt, dann finden sich dort draußen sicherlich noch eine Unmenge an Kritikern. Wenn ich diese Kritik zu wichtig nehmen würde, dann müsste ich noch weitaus mehr um Anerkennung und Legitimation kämpfen. Eine Sache die ich – auch aus diesem Grund – früh für mich entschieden habe, ist, dass mich diese Art der Kritik nicht interessiert. Wenn man sich andere Brett-Erfindungen oder Innovationen, wie den Fish ansieht, dann erkennt man schnell: Diese Bretter sind nicht gemacht worden um alte Bretter zu er-setzen, andere auszustechen und zu sagen, das ist die bessere Art zu surfen. Neue Bretter bieten lediglich die Chance auf eine andere Weise zu surfen, als man es gewohnt ist. Ideellerweise sollen die Leute ihr altes Longboard oder Shortboard nicht aussortieren, sondern mein Brett als neustes Mitglied ihres Quivers verstehen.
Um noch einmal auf deine Kritiker zu sprechen zu kommen: Menschen sind in der Regel ohnehin sehr skeptisch, wenn es um Neuerungen geht, die ihr Verhalten und vor allem ihre Nutzergewohnheiten verändern. Kennst du dieses Gefühl der Skepsis auch, oder sind Neuerungen etwas ganz Normales für dich?
Gute Frage. Ich versuche immer offenherzig zu sein. Dadurch, dass ich schon lange in der Sportindustrie tätig bin und dabei eine ganze Menge Innovationen gesehen und miterlebt habe, habe ich meine ganz eigene Definition von „Neuerung“. Ich denke eine „Neuerung“ sollte immer ein einfaches, aber grundlegendes Problem für den Verbraucher lösen. Es gibt viele Neuerungen, oder so genannte Neuerungen, die einfach eine ganze Menge Zeug zu einem bereits bestehenden Produkt hinzufügen. Dabei geht es meist weniger um den Endverbraucher, als vielmehr um den Designer, der einfach gerne irgendetwas verändern möchte. Wenn ich Dinge designe, versu-che ich in erster Linie so weit wie möglich von dem fern zu bleiben, was ich gerne machen würde. Die Frage, die ich mir in dieser Situation stelle ist: Macht das einen Unterschied für den Verbraucher?
Du sagtest, Bretter zu designen war eine vergleichsweise persönliche Sache. Hast du dennoch an andere Leute gedacht, während du die Bretter designt hast, oder bist du anders an die Sache rangegangen als sonst?
Eine Sache, die ich anders gemacht habe während ich die Bretter desi-gned habe, war sie meinen Freunden zu geben, damit die sie für mich Probe surfen, anstatt sie ir-gendjemand in die Hand zu drücken. Aber auch hier bleibt es eigentlich beim Alten: Ich will das an-dere Leute aufgrund neuartiger Produkte bessere Erfahrungen machen. Ich habe das Brett am Ende also nicht nur für mich designt. Weißt du, das beste Gefühl, das ich als Designer haben kann, ist es, wenn ich sehe, wie andere Leute aus unterschiedlichen Teilen der Erde auf meinen Brettern Spaß haben. Zu sehen wie sie stoked sind, weil sie ein völlig neues Fahrgefühl erleben und ihr Surfen sich ganz neu anfühlt.
Das kann ich mir gut vorstellen.
Ja. Von dem her hat sich dieses Projekt nicht zu sehr von den vorherigen unterschieden. Was diesmal wirklich anders war, war die Tatsache, dass ich mich nicht darum scheren musste, was irgendjemand denkt, oder sagt, so verrückt die Designs auch gewesen sein mögen.
Gibt es erfahrene Shaper, die deine Arbeit kritisieren?
Nicht, dass ich wüsste nein. Ich bin mir aber sicher, dass einige Leute glauben, ich hätte dieses Projekt nur begonnen um Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Also wie du vorher gesagt hast: Hier ist dieser Kerl der nicht wirklich ein Surfer ist, wenn auch ich mittlerweile 20 Jahre surfe. Manchmal fühlt es sich ein bisschen so an, als würde dich ein Local an deinem Heimspot, an dem du nun seit 15 Jahren lebst und surfst, aus dem Line-Up werfen, weil du nicht im Ort geboren wurdest. Diese Leute gibt es sicher. Aber das ist eine so geringe Prozentzahl…aber wahrscheinlich verhält es sich wie in einer Bar, in der der Unfreundlichste immer der Lauteste ist. Aber ich muss wirklich sagen: Ich habe so viele offenherzige, freundliche, interessante und einfühlsame Menschen kennengelernt, dass die lauten, engstirnigen Jungs in meiner Erinnerung beinahe verschwinden. Alles in allem war es eine positivere Erfahrung als ich anfangs dachte. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt.
Wenn Leute nicht so offenherzig agieren wie man sich das wünscht, liegt das doch häufig schlicht und einfach an ihrer Angst vor dem Neuen und Unbekannten – und daran dass sie denken: Oh Gott, nun wird uns was Altvertrautes weggenommen.
Ich bin völlig deiner Meinung. Für viele Leute ist Surfen vor allem ein Zufluchtsort, eine friedvolle Angelegenheit, die sie beständig wissen wollen, weil sie zu ihrem Privatleben gehört und ihnen Erholung und Energie verspricht. Dann kommt eine Neuerung um die Ecke und sie können sie beim besten Willen nicht genießen oder akzeptieren. Jemand der eher technisch orientiert ist, oder neu dabei ist, geht in der Regel offener mit dieser Art von Neuerung um.
Eine Frage die ich mir zu Beginn bereits gestellt habe ist: Warum dachtest du würde eine Revo-lution á la Windsurfsegel auch im Wellenreit-Sport funktionieren? Oder hast du dir darüber vorher keine Gedanken gemacht?
Ich habe mir tatsächlich keine Gedanken darüber gemacht. Aber hier sind wir schon bei einem grundlegenderen Punkt angelangt. Sobald jemand mit etwas Neuem daherkommt, versuchen die Leute es sofort irgendwo einzuordnen, damit sie es vergleichen und anhand bestehender Maßstäbe bewerten können. Da fällt mir Greg Webber, der australische Shaper ein: Als wir einmal ein Bier zusammen tranken sagte er zu mir: „Die meisten Leute packen eine Innovation an ein Brett, wie beispielsweise bei der Erfindung des Thruster und verändern die Dinge auf diese Weise. Das ist das erste Mal, das ich jemandem begegne, der ein komplett neues Brett erfindet.“ So zu sagen eine ganzheitliche Lösung, bei der alle Elemente ineinander übergehen und miteinander arbeiten. Und genauso funktioniert dieses Brett. Deshalb habe ich mich so darüber gefreut, das Greg das aufgefallen ist und er das gewertschätzt hat. Die Hüfte bringt das eine, das tiefe doppelte Cancave das andere, das verlängerte Tail besorgt ein Drittes – so haben alle Teile eine be-stimmte Funktion in einem bestimmten Teil der Welle während sie, alles in allem, ihren Teil zum Ganzen beisteuern.
Das deckt sich mit einem Zitat, das ich von dir gelesen habe: „Ich habe das Brett nicht so entworfen, es ist so geworden.“
Und genau so war es.
Es ist interessant wie viel man allein über Boardshapes lernt, wenn man darüber spricht. Hat-test du bereits eine Vorstellung vom Boardshaping, bevor du dieses Projekt angegangen bist?
Ja. Ich habe mich schon immer für Boardshapes begeistert. Damals, als ich 18 war und noch in Schweden lebte, habe ich bereits meine eigenen Windsurfbretter geshapt und bin dann mit ihnen nach Maui oder Sylt und Tarifa gereist um sie zu testen. Für mich als Designer, ist ein Surfbrett, ganz ehrlich gesagt, nicht so komplex wie man denkt. Im Vergleich zu der Snowboardbindung, die ich damals designt habe, ist ein Surfboard sogar eine ziemlich simple Konstruktion. Dafür steckt im Surfbrett eine ganze Menge mehr Gefühl und Intuition, beinahe wie bei einem Instrument.
Dein Brett ist schließlich geworden wie es ist und wird häufig als Sanduhr-Brett bezeichnet. Allan Weisbecker meinte sogar: „Das Brett sieht aus als wäre es von einer Dampfwalze überrollt worden.“
(Lacht) Das habe ich auch noch nicht gesehen… (lacht) Es ist nichts Falsches an schönen Frauen – sie gehören eher zu den besten „Dingen“ die es gibt. Ich sage immer: Das Brett liegt im Wasser, und etwas das im Wasser lebt ist offensichtlich recht rund und fließend und organisch, aber es gibt dennoch einige Ecken und Kanten, die schärfer sind. So hat jede Ecke ihre Berechtigung für die Gesamterscheinung des Brettes. Also ist es wie mit jeder Frau, was?
Allerdings.
Komplex und sehr facettenreich. (lacht)
Auf deiner Website habe ich gelesen, dass du besonders an der Verbindung zwischen Menschen und Objekten interessiert bist. Was ist so besonders an der Verbindung zwischen Menschen und Sportartikeln?
Generell ist die Erfahrung, die man mit seiner Sportausrüstung macht immer die eigene. Für mich hat Sportausrüstung heutzutage zwei Daseinsberechtigungen, vor allem für diejenigen, die weit ab von jeder Piste oder dem Meer wohnen: Die Erste ist das Träumen. Leute die ihren Sport nicht immer und überall ausüben können, träumen von dieser und jener Erfahrung, die in ihrer Erinnerung weiterlebt, als sie diese Welle hatten und diese Piste runtergefahren sind. Das Zweite ist die unmittelbare Realität: Beispielsweise in einem Moment, in dem der Nutzer denkt: „Fuck! Das war eine unglaubliche Welle.“
Auf welche Weise ändert dein Brett diese Erfahrungswelten der Surfer im Gegensatz zu ihren herkömmlichen Brettern?
Eine sehr gute Frage. Ein Teil meiner Bretter funktioniert ganz genau wie jedes herkömmliche Board. Darüber liegt die Schicht, die dir das entscheidende Extra an Erfahrung bietet: der schnellere Ritt, der bessere, engere Turn etc. und dann kommt das Grinsen und die Zufriedenheit – genau in diesem Moment macht das Produkt seinen Job. Das ist die ultimative Funktion der Sportausrüstung. Sie soll dem Nutzer das verbesserte, intensivere, nachhaltigere Erlebnis bescheren, das er sucht – genau dafür leben wir.
Ein schönes Schlusswort.
Ja. Irgendwie passend.
Danke, Thomas, für das Gespräch.
Photo Credit: Nick Allen & Thomas Meyerhoffer
Interview: Henner Thies











