Aufgewachsen auf Réunion, die Kindheit segelnd in der Karibik verbracht und seither immer öfter in der Weltgeschichte und den sieben Weltmeeren unterwegs – Cannelle Bulard lebt ein Leben wie im Traum. Wir haben die französische Surferin getroffen.
TIDE: Wo und wann hast du mit dem Surfen begonnen?
Ich habe zusammen mit meinem Bruder angefangen, da war ich 8 Jahre alt.
Du hast deine Kindheit zu großen Teilen auf einem großen Segelboot verbracht – wie war das für dich?
Es war eine einmalige Erfahrung. Wir haben die unglaublichsten Orte bereist und waren ständig unterwegs. Aber um ehrlich zu sein, war ich ziemlich froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
„Auf dem Segelboot habe ich gelernt mit Problemen umzugehen!“
Was war die eine der Lehren, die du aus dieser Zeit für dein weiteres Leben gezogen hast?
Ich glaube ich habe gelernt mit Problemen umzugehen. Wenn es auf dem Boot ein Problem gibt, musst du es sofort angehen – hier und jetzt. Du kannst dich nicht verstecken.
Wie war dein Leben auf deiner Heimatinsel Réunion, bevor du zum Surfpro avanciert bist, der ständig um die Welt reist?
Ich hatte ein ziemlich gutes und entspanntes Leben, großartige Surfspots direkt vor der Tür und ständig meinen Bruder um mich, der mich mit zum Surfen genommen hat…
Wie gehst du damit um, mittlerweile soviel unterwegs zu sein?
Es ist oft hart, aber ich liebe das Reisen ebenso wie das Wettkämpfen.
Du hast dich also längst daran gewöhnt?
Nicht wirklich. Wir reisen ja permanent an unterschiedliche Orte. Wobei es gerade das interessant macht. Alles in allem fühle ich mich gesegnet und glücklich, das tun zu können, was ich im Moment tue.
Nimmst du auch mal deine Familie mit auf deine Surf-Trips?
Mein Bruder begleitet mich auf viele meiner Contests. Abgesehen von ihm reise ich viel mit meinen Freundinnen, vor allem mit Justine (Dupont).
„Das einzige was ich unbedingt brauche um klarzukommen ist mein Müsli am Morgen.“
Gibt es einige Routinen, die du beibehalten musst, um dich unterwegs wohlzufühlen?
Ich bin da eigentlich ganz entspannt. Das einzige was ich unbedingt brauche um klarzukommen ist mein Müsli am Morgen.
Wie hat es sich angefühlt sowohl die World Junior Championships der unter 18-jährigen, als auch die ISA World Champs zu gewinnen?
Oh… ich habe noch heute ein komisches Gefühl, wenn ich daran zurückdenke. Es fühlt sich irgendwie unecht an. Dann schau ich mir die Magazine an und sehe die Fotos und sage zu mir: Mein Gott, du hast diese zwei Dinger tatsächlich gewonnen…
Wer hat aus deiner Sicht den meisten Anteil an deiner bisherigen Surfkarriere?
Definitiv mein Bruder! Er war derjenige der mich zu all den Spots mit raus genommen hat und mich dazu gebracht hat auch große Wellen zu surfen.
Nun da du bereits einige Erfolge verbuchen konntest – was hält dich auf Trab und motiviert dich weiter an dir zu arbeiten?
Ich liebe es einfach mich mit anderen Surferinnen zu messen – für den Moment reicht das um motiviert zu bleiben.
„Ich will mich für die Tour qualifizieren – das ist mein Kurzzeit-Traum.“
Gibt es das eine große Ziel, das du in deinem Surferleben erreichen willst?
Ich will mich für die Tour qualifizieren. Das klingt zwar etwas langweilig, aber so sieht’s im Moment aus – das ist mein Kurzzeit-Traum.
Wenn man sich deine letzten Resultate innerhalb der ASP Pro Junior Series ansieht, hat man das Gefühl du gewinnst jeden Event für den du dich anmeldest – hast du eine besondere Strategie, die dich momentan von einem Sieg zum nächsten trägt?
Nicht wirklich, nein. Müsli am Morgen und dann singe ich viel während ich im Line-Up sitze (lacht).
Wie sieht’s mit Plänen für die nähere Zukunft bei dir aus?
Zum einen: Wettkämpfen und mich qualifizieren. Zum anderen: In die Brittannie fahren um dort einige Tage mit meiner Familie zu verbringen und zu Reiten!
Vielen Dank, Cannelle, dass du dir die Zeit genommen hast.
Interview: Henner Thies
Fotos: Rip Curl/ Fournet, Blickmann





