Eines Tages ist Rob Machado es Leid. So schön und scheinbar unbeschwert sein Leben als Pro Surfer war und nun als Soul-Surfer ist, es fühlt sich nicht echt an. Nicht als erfolgreicher WCT-Surfer und auch nicht nach seinem Abschied von der Tour. Seit sein Vater nach seinem glorreichen Sieg beim OP Pro Junior 1991 auf der Nachhausefahrt an einer Ampel hielt und ihn fragte, ob er glaube, dass sich die Leute im Auto neben ihm dafür interessieren, dass er soeben den größten Erfolg seines Lebens feierte oder nicht, quält Rob eine Frage: Was ist wirklich wichtig im Leben? 2009 entschließt sich Rob Antworten auf diese Frage zu suchen. Er will herausfinden wer er ist, abseits des Trubels, der ihn stets begleitet hat und macht sich auf um verloren zu gehen.
Taylor Steele hat ihn auf seiner Sinnsuche nach Indonesien begleitet. Liebevoll dokumentiert „The Drifter“ die Reisen des jungen Rob zu sich selbst und folgt ihm bis in die tiefste Einsamkeit, die Rob Machado schnell zu genießen lernt. Verständlich wenn man Zeit und Raum wochenlang mit nichts mehr als einer unbekannten und perfekten Linken teilt. Am Ende lehrt ihn das Alleinsein eins: „Es sind unsere Mitmenschen, die unsere Erfahrungen zum Leben erwecken.“
„The Drifter“ ist ein gelungenes Lobeslied auf die Magie der Wellen und die Liebe eines charismatischen Surfers zum Ozean. Auch wenn der Film phasenweise ein wenig zu pathetisch wirkt, einen stimmungsvolleren, ehrlicheren und sehnsüchtigeren Film hat es lange nicht gegeben. Wohl dem der die Kunst beherrscht selbst einmal auf diese Weise verloren zu gehen. Rob weiß: Wir hören niemals auf zu träumen.
Beste Szene: Rob Machado beim Warten auf sein kaputtes Moped
The Drifter, Taylor Steele, englisch, Länge 55 Minuten, 2009, eur 25.-



