Sam Bleakley surft auch jenseits der Wellen: „If the pules of jazz is the ocean swell, then the surfer is the soloist improvising against that backdrop, creating space through style and timing“, vergleicht Sam Bleakley zu Beginn seines Buches „Surfing Brilliant Corners“ das Surfen mit Jazz-Musik. Sam Bleakley ist kein gewöhnlicher Surfer: Der Cambridge-Absolvent und mehrmalige britische Meister im Longboarden gehört zu den wenigen Surfern, die ihre Erlebnisse in wohlklingende und bedeutungsschwangere Worte verwandeln können. Sein klarer Blick und seine poetische Sprache machen seine Sinneseindrücke unmittelbar erfahrbar.

Sei es bei einer einsamen Session an seinem Homespot Gwenver, im Westen Cornwalls, oder auf der anderen Seite der Welt, in Haiti: Sam ist der Natur, die ihn umgibt stets aufs engste verbunden. „The earth – and the way that human cultures interact with her – fascinates me“, schreibt Sam. Er reist auf die Philippinen, durch das kriegsgebeutelte Westafrika, ins kommunistische China, nach Ecuador, Oman und Haiti, in das er sich unsterblich verliebt. „Surfing Brilliant Corners“ ist ein textstarkes Buch, das ein Jahrzehnt extensiven Reisens in sich vereint. Illustriert werden Sam‘s Geschichten durch die eindrucksvollen Fotografien seines langjährigen Freundes, dem Profi-Fotografen JS Callahan. Einziger Wermutstropfen: Die graphische Gestaltung des Buches wirkt trotz der guten Bilder eher lieblos.

Surfing Brilliant Corners – Sam Bleakley, Alison Hodge Publishers, englisch, 192 Seiten, Taschenbuch, eur 20,-