Von einem der auszog die Wellen zu reiten: Knapp 300.000 Maurer gab es zur letzten Jahrhundertwende noch in Deutschland. 2011 gibt es nur noch die Hälfte an Beschäftigten in dieser Branche. Doch wo sind sie hin – die ganzen Maurer? 149.999 Mal lautet die Antwort hier „keine Ahnung“. Von einem von ihnen lässt sich die Geschichte jedoch kurz erzählen: sie wird jedem hydrophilen Leser plausibel erscheinen.
Daniel Fink heißt er, und eben dieser hat vor fast zehn Jahren kurzerhand Maurerkelle, Wasserwaage, und Senklot links liegen lassen. Seit jeher gehörten die Maurer zu den Berufsgruppen, die sehr viel Wert auf ihre Traditionen legen. An einer grundlegenden Tradition hat Daniel auch nach seiner Ausbildung festgehalten: Er ging auf Wanderschaft, im Fachjargon die Walz. Nur tauschte er auf jener Walz kurzerhand einen Ziegel gegen ein Surfbrett und ward lange Zeit auf keiner Baustelle gesehen.
Sein Projekt „Wellenreiten lernen“, fiel ihm in der praktischen Umsetzung gewohnt leicht und so vergnügte er sich fortan damit internationale Line Ups anstelle von Mörtel aufzumischen. Unterschiede lernte er in der neuen Zunft allerdings auch kennen, denn die Surfer Zentralamerikas verbauten täglich Stoff von dem er im Fach Baustofflehre nie gehört hatte.
Es folgten eine Surflehrerausbildung, einige Jahre Saisonarbeit in Camps, diverse neue Surfbretter und allwinterliche Surftrips, bis Daniels Maurerlust sich zurückmeldete. Maurerlust, das ist die Lust etwas aufzubauen und das macht er ab diesem Mai auch wieder fleißig. Allerdings geht es um eher dünnwandige Bauten. So nennt er heute stolz ein Surfcamp sein Eigen und hübsch wird’s auch so wie es aussieht.
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